Literatur & Genuss

Mit unserer Literatur & Genuss Veranstaltungsreihe haben wir ein neues Format in Speyer etabliert. Ziel der Veranstaltungen ist es literarische und kulinarische Köstlichkeiten einer Region oder Landes miteinander zu verbinden und zugunsten des Kiwanis Schulranzenprojektes Spendengelder zu erwirtschaften. Die Zahl der benötigten Schulranzen und Schulrucksäcke steigt jährlich.

Alle Veranstaltungen zeichnet aus, dass wir einen Autor der jeweiligen Region zur Lesung einladen um uns seine Werke, aber auch Land und Leute näher zu bringen. Neben den Fragen zum literarischen Werk beantwortet der Autor in einer Diskussionsrunde auch Fragen zur gegenwärtigen Situation in der Region. Damit die Besucher ihren Eindruck vervollständigen können, bieten wir landestypische Speisen und Getränke an. Oftmals werden die Speisen unter fachkundiger Anleitung von Köchen/Kennern der Region durch unsere Mitglieder selbst hergestellt.

Bisherige Vorträge dieser Reihe waren:

  • Die Scheich AG  von Michael Backfisch mit arabischen Köstlichkeiten
  • September von Peeter Helme mit estnischer Küche
  • Unter Strom von Eva Rossmann mit östereichischen Gourmetteller
  • Nils Holgersson und die Dame von der Post von Rasso Knoller
  • Thomas Meyer mit „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“
  • Christoph Poschenrieder mit „Mauersegler“ und bayrischen Spezialitäten
  • Lena Gorelik mit „Mehr Schwarz als Lila“
  • Arno Frank las aus „So, und jetzt kommst du“

Die 9. Literatur & Genuss Benefizveranstaltung findet am Samstag, 30.03.2019 um 19:00 Uhr im Historischen Ratssaal der Stadt Speyer mit der Autorin Isabel Fargo Cole statt und ist wieder mit unserem Schulranzen-Charity-Projekt verbunden.
Einlass ab 18:30 Uhr; Beginn: 19 Uhr
Eintritt inkl. amerikanisch-deutschem Gourmetteller & Begrüßungssekt: 25€

Isabel Fargo Cole, geboren 1973 in Galena, Illinois, USA, wuchs in New York City auf. Sie studierte Literatur, Geschichte und Philosophie an der University of Chicago sowie Russisch und Neuere Deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 1995 lebt sie als freie Schriftstellerin und Übersetzerin in Berlin; sie hat u. a. Wolfgang Hilbig und Franz Fühmann ins Englische übersetzt.

2013 erschien ihre Novelle »Ungesichertes Gelände« bei mikrotext. »Die grüne Grenze« ist ihr erster Roman, er wurde für den Klaus-Michael Kühne-Preis für das beste deutschsprachige Romandebüt 2017 nominiert.

Presse

„Die grüne Grenze“ heißt Isabel Fargo Coles Debütroman, den sie in traumsicherem Deutsch geschrieben hat. Sie pflegt einen elegischen, versonnenen Stil, der Seltenheitswert hat.

Tagesspiegel (Auch bei Deutschlandfunk/ARD), 19. Januar 2018

[D]er Realismus des Familien- und Gesellschaftstableaus [kippt] ins Phantastische, ja Märchenhafte um. Und man spürt deutlich die Einflüsse Franz Fühmanns auf seine Übersetzerin Cole. Jede gelungene Literatur, mag sie noch so realistisch anmuten, profitiert von der Kategorie Möglichkeit und – so schon Aristoteles in seiner Poetik – spekuliert darüber, wie etwas hätte gewesen sein können. Davon handeln auch die Märchen, Sagen und Mythen, die Coles Roman rhizomatisch durchziehen[…]. […] Ein rundum beeindruckendes Romandebüt.

Junge Welt, 3. Januar 2018

[E]ine Reflexion über das Erzählen als Medium der Selbstvergewisserung und Selbst(er)findung […], über Sprache als möglichem Freiraum, der sowohl die Flucht aus Bedrückung als auch das Ertragen einer aufgezwungenen Sesshaftigkeit erlaubt. „Was wüsste man zu sagen, wenn man alles sagen dürfte?“, ist eine der vielen Fragen, über die Thomas grübelt. Was er nicht mehr zu leisten in der Lage ist, denn seine Geschichte ist offensichtlich auserzählt, ist Fargo Cole gelungen: ein großer Wurf. Ihre „Grüne Grenze“ ist ein Zeit-, Künstler-, Entwicklungs- und nicht zuletzt ein berührender Liebesroman, aufgrund seiner komplexen Anlage und konzentrierten Sprache nicht einfach zu lesen, aber die Lektüre wert. Die Art, wie Isabel Fargo Cole Motive entwickelt und verflicht, wie jeder ihrer Sätze überraschende (Er-)Kenntnisse trägt und sich zwingend ins große Ganze fügt: Das ist große Kunst.

Spiegel Online: eines der wichtigsten Bücher der Saison im Literaturherbst 2017

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.03.2018

Christian Eger empfiehlt Isabel Fargo Coles Debütroman nicht nur Harzreisenden. Begeistert zeigt er sich von der historischen, sozialen und kulturellen Genauigkeit der Details in dem 1973 spielenden Text und von der mal sachlichen, mal poetischen Diktion der Autorin. Das Setting zwischen den Harzkäffern Elend und Sorge scheint ihm verführerisch, die Geschichte zweier Kulturschaffender in der Klausur im Gebirg lehrt ihn zweierlei: Im Harz ist nichts, wie es scheint, und unter den sichbaren liegen unsichtbare Grenzen verborgen. Ein Deutschlandroman, der es sowohl zeithistorisch als auch poetisch in sich hat, meint der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.03.2018

Hans-Peter Kunisch kann nur staunen, dass der erste Roman der Amerikanerin Isabel Fargo Cole sich ausgerechnet des deutschesten aller Themen annimmt und aus dem Innenleben der DDR erzählt. Vor allem aber beeindruckt ihn, wie die Autorin den klassisch deutschen Sound trifft. Die Übersetzungsarbeit der Autorin zu Wolfgang Hilbig und Franz Fühmann erklärt laut Kunisch so einiges. Äußerst gelungen findet Kunisch den ersten Teil des Buches. Hier erzählt Fargo Cole entlang privater Schicksale aus den Randgebieten der DDR. Die kleinteilige Aufdeckung familiärer Lebenslügen im zweiten Teil folgt laut Rezensent eher einem klassischen Muster und überzeugt ihn weniger. Schade, findet er angesichts eines stilistisch und inhaltlich über weite Strecken beeindruckenden Romandebüts.

 

 

2018/ 8. Literatur & Genuss Benefizveranstaltung:

L&G 2018

Plakat zu Literatur & Genuss 2018. Benefizveranstaltung zu Gunsten des Kiwanis Schulranzenprojektes

Im besonderen Ambiente des Historischen Ratssaals wird der bekannte Autor und Journalist Arno Frank aus seinem Werk „So, und jetzt kommst Du“ vorlesen. Begleitend dazu gibt es Köstlichkeiten aus Ländern, die im Buch erscheinen – wie immer selbst zubereitet von den Mitgliedern des Speyerer Kiwanis Clubs. Der Erlös der Benefizveranstaltung geht an das Schulranzenprojekt Speyer. Nähere Informationen am Abend vor Ort.

Der Kiwanis Club Speyer freut sich auf seine Gäste!

Ab 29. Januar gibt es die Eintrittskarten an den bekannten Vorverkaufsstellen: Touristinformation, Einhorn Apotheke, bkb (Cura-Center) und Buchhandlung Oelbermann und LangeundPflanz in Speyer.
Reservierungen werden auch gerne entgegen genommen unter: literaturgenuss@kiwanis-speyer.de

 

Arno Frank, geboren 1971 in Kaiserslautern, ist Publizist und freier Journalist. Er schreibt u.a. für die taz, Die Zeit, Spiegel Online, Dummy, Fluter und den Musikexpress. Er lebt mit seiner Familie in Wiesbaden.

Pressestimmen:

»Arno Frank erzählt diese autobiografische Geschichte in einem hinreißenden Ton … Ähnlich wie bei „Tschick“, der anderen großen deutschen Road Novel unserer Tage, ahnt man beim Lesen, dass das bald verfilmt werden muss. Der situative Humor ist ähnlich genau wie bei Herrndorf, der rasante Plot lässt einen sowieso nicht los, man ist gerührt und bestürzt zugleich und will immer neue Passagen anstreichen.«
Alex Rühle, Süddeutsche Zeitung, 05.04.2017

»Sein Roman „So, und jetzt kommst du“ ist das aktuelle Lieblingsbuch unserer Redaktion. Es ist eine Familiengeschichte, die so schräg, so komisch und so tragisch ist, dass sie eigentlich kaum wahr sein kann. Ist sie aber.«
Katty Salié, ZDF aspekte, 10.03.2017

»Ein Juwel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur!«
Jürgen Deppe, NDR Kultur, 06.07.2017

»Das Buch liest sich wie ein Schlitten den Hang runterrast … Der Leser durchlebt eine unberechenbare Reise – eine Mischung aus Roadtrip und hakenschlagender Flucht.«
Alexander Wasner, SWR 2 Forum Buch, 12.03.2017

»Frank erzählt leichtfüßig und liebevoll von seinen Figuren.«
Tina Rausch, Münchner Feuilleton, Juli 2017

»Fasziniert verfolgt man diese atemlose Flucht von einem Land ins andere, die auch immer eine Flucht vor der Realität ist. Franks nüchterne Beschreibung aus der Sicht des Jungen, der er mal war, erschüttert und begeistert zugleich.«
Meike Schnitzler, Brigitte, Juli 2017

»Schräg, komisch und tragisch.«
Myself, Juni 2017